PR, damit ist hier nicht „Public relations“ gemeint sondern der Google Page Rank – ein geschützter Begriff, der Basis des Google Algorithmus ist.

Derzeit wird von der SEO-Gemeinde auf das (überfällige) PR-Update gewartet. Es geht dabei allerdings nur um das update des in der Toolbar angezeigten PR (Toolbar-PR). Man muss erklären, das Google diesen PR nicht nur intern als Grundlage seines Algos nutzt. Google zeigt den PR auch an. Wer die Google-Toolbar installiert hat kann sich dort den derzeit veröffentlichten PR einer Webseite anzeigen lassen. Diese Anzeige ist jedoch nicht tagesaktuell sondern wird in mehr oder wird in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen aktualisiert. Derzeit liegen zwischen updates des angezeigten PR etwa 3 Monate – in der Zwischenzeit werden jeweils die alten Daten des letzten update angezeigt. Das, was direkt bei einem Toolbar PR Update angezeigt wird, ist dabei schon älter: Hier werden Daten genutzt, die zumeist etwa 2-4 Wochen vor dem tatsächlichen Toolbar PR-Update erhoben wurden.

Trotzdem: Ein Toolbar PR Update ist für den SEO immer so was wie Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Bei solchen Updates zeigt sich öffentlich, ob sich die SEO-Arbeit der Linksammelei der letzten Monate zumindest schon mal im angezeigten PR niederschlägt. Vielleicht hat sich ein positives Ergebnis ja auch schon früher in der Suchergebnissen (SERPs) niedergeschlagen. Normalerweise schlagen sich viele gute Links auch in den SERPS nieder – das heißt, die eigene Webseite klettert in den Suchergebnissen nach oben. Der Page Rank – und damit auch der angezeigte grüne Balken in der Google Toolbar – errechnet sich aus Anzahl und Qualität der Seiten, die auf die eigene Seite verlinken. Ein hoher Page Rank – auch wenn nur als Momentaufnahme nach einem Toolbar-Update – ist also in der Regel ein Indiz dafür, das viele, (gute) Seiten auf die eigene Webseite verlinken und das Google das erkennt.

In vergangenen Zeiten nun war es so, das der Google Algorithmus fast ausschließlich auf dem angezeigten Page Rank basierte. Andere Faktoren – wie Alter der Webseiten, Alter und Anzahl der eingehenden Links, Themenrelevanz der Links, Linkumfeld oder die rund 120-140 weiteren Rankingfaktoren hatten nicht die Bedeutung, die sie heute hatten – oder waren nicht einmal erfunden. Wer clever war, besorgte sich ein paar sehr starke Einzellinks, erhielt einen hohen Page Rank und damit zeitgleich ein hohes Ranking in den Suchergebnissen. Zu jenen Zeiten wurde der in der Toolbar angezeigte PR sogar noch monatlich upgedated. Was damals in der Toolbar angezeigt wurde, war nicht nur aktueller – sondern man konnte hier weit höhere Bedeutung für die derzeitigen SERPs ablesen. Das ist heute nicht mehr so einfach.

Daraus jetzt aber abzuleiten, der Google – Page Rank an sich wäre kein wichtiger Faktor für Google bei der Bewertung von Webseiten mehr, beleibt denen vorbehalten, die das System noch nicht verstanden haben. Der Google Page rank ist die Grundlage für die Erstellung der SERPs – nur nicht mehr die Einzige. Unwichtig ist er nicht. Der angezeigte Toolbar PR allerdings ist immer weniger relevant. Die Daten, die Google hier liefert, sind alt und überholt. Und trotzdem: Schön sind sie dann doch, die updates, in denen Google die Toolbar Anzeige ändert. Wer möchte schon Weihnachten verpassen, auch wenn er aus der Zeit raus ist, in der er/sie mit der Trommel um den Weihnachtsbaum gerannt ist…