Freitagabend war es soweit – das von vielen lang ersehnte Toolbar-PR update wurde mit ein paar Monaten Verspätung eingespielt. Zwischen die „Kann-Ich-Bestätigen-Meldungen“ in den einschlägigen Foren mischte sich schnell die Ernüchterung der Vorfreude auf wachsende PR-Balken: Irgendwas war anders als sonst, das gewohnte klettern des Toolbar-PR-Balken blieb – zumindest im SEO-Umfeld – bei vielen aus. Im Gegenteil: Die Toolbar-PR-Anzeige fällt bei vielen.

3 Tage vorher war schon ein kleines „Vorbeben“ zum PR update geschehen: Webseiten, die als Linkverkäufer gelten, hatten massive Abwertungen in der Toolbar erhalten. Von der SEO-Welt wurde dies als Warnschuss aufgefasst, da sich in den SERPS wieder mal nichts geändert hatte.

Stichtag für das Toolbar-PR-Update war jedoch irgendwann um den 2.Oktober. Das kleine „vorgezogene Toolbar-PR-Update“ für die bösen Buben hat also eher nichts mit den aktuellen Verschiebungen des grünen Balkens zu tun und kann wohl als PR-Getöse der Google-Linkkauf-Jäger verstanden werden.

Aber was war denn nun passiert, das dem grünen sprießen ein Ende bereitet hat? Verschiedene Ansätze dazu werden im Moment diskutiert.

Sistrix hat mit seiner gewohnten analytischen Herangehensweise erst einmal darauf hingewiesen, das sich das Erdbeben nicht quer durchs (deutsche) Netz gezogen hat. Die späte Einwertung einiger „nofollow“ links habe bei einigen SEO-Nahem Webseiten zu starkem PR-Verlust geführt und diese in Folge quer durch die SEO-nahen Webseiten gezogen. Der Schrumpelnde Balken vieler also Auswirkung weniger nimmersatter Schmuckhändler?

„Drei Seiten sind von ihrem ehemaligen PR8 auf 5 abgefallen und haben damit eine ganze Kaskade von nachrangig verlinkten Seiten mitgenommen.“

und

„Nach dem inflationären Zufluss von PageRank in das System, der beim letzten Update durch den massiven Linkkauf von Teilen des deutschen Internets bei sehr starken Seiten wie dem W3C oder Entwicklerseiten herbeigeführt wurde, hat Google nun gegengesteuert und die Relationen wieder auf ein Normalmaß zurückgestuft.“

schreibt Sistrix.

Auch Gerald vermutet hinter dem update mehr PR Getöse als wirkliche Veränderungen. Dafür spräche auch die gezielte Inszenierung des Vorab-Updates bei den bösen Buben, den Linverkäufern.

Zwischen „Public Relation Spektakel“ und „verspätete Einberechnung von nofollow-tags“ bleiben jedoch einige Ergebnisse des Toolbar-Updates unerklärt.

Zum Beispiel das verstärkt auftretende Grau im Balken bei Sitemaps. Google fordert in seinen Guidelines Sitemaps für die bessere Einlesbarkeit der Domains

(Stellen Sie den Nutzern eine Sitemap mit Links zu den wichtigen Teilen Ihrer Website zur Verfügung. Wenn die Sitemap aus 100 Links oder mehr besteht, wird empfohlen, sie auf mehrere Seiten zu verteilen.)

– und jetzt gibt’s grau für eben diese sitemaps.
Grau – also ohne Toolbar-PR – ist jetzt eh eine Farbe, die bei vielen Unterseiten erscheint. Schaut man in den Google Cache, scheinen sie dort zumindest teilweise noch vorhanden zu sein. In den Serps habe ich keine „alten“ grauen Seiten gefunden. Vererben Links von grauen Seiten einen PR – und wenn ja, welchen? Das zumindest gefühlte „Sterben der Webkataloge“ könnte hier auch seine Ursachen haben.

Welche alten Einzelseiten werden eigentlich grau und warum?

Was, wenn statt einer gezielten Aktion gegen Linkverkäufer einfach der Dämpfungsfaktor bei PR Vererbung verändert wurde, vielleicht gar, wie im PR-Algo ursprünglich betrachtet, unabhängig von „internen“ und „externen“ Links? Oder das logarithmische Schema zur Toolbar-Anzeige des PR angepasst wurde?

Dazu könnte eine Art „Verhältnis von Text zu Link“ als zusätzliches Bewertungskriterium eingeführt oder verschärft worden sein, um Seiten für den Cache und damit die Serps „zuzulassen“.

Hätte alles nichts mit Linkverkäufern zu tun – würde aber vor ehemals mit starkem Toolbar-PR bewertet Seiten mit großem Content und vielen ausgehenden Links stark betreffen.

Die Analysen, was wirklich passiert ist, stehen wohl immer noch aus. Vielleicht muss man auch gar nicht – den die grundlegenden Zusammensetzungen der Suchergebnisse haben sich durch das Toolbar-PR-Beben nicht verändert.